Theater / Teater

Teater Chesa Planta Samedan

Vent dal Süd 2026

Davent dal 11 da lügl 2026/Ab dem 11. Juli 2026

Teater: Sara Francesca Hermann, Lorenzo Polin e Jouni Bartsch

Musica: Bigna Guler Redschia: Riikka Läser

Text: Daniel Badraun

Samedan, 1775. L’Europa as rechatta traunter l’illuminissem e’l Sturm und Drang, traunter güdizi e revolta da paschiun. Il patrun da chesa Rudolf de Salis es in viedi d’affers. Daspö la mort tampriva da sia duonna Margaretha de Salis-Soglio s’occupa la chesarina Neisa da la chaseda dvanteda quieta.

Vinzens, il figl da Rudolf, tuorna da l’internat a Marschlins inua ch’el vain preparo per ün futur illa politica grischuna. Al listess di riva l’architect Pietro Solari. Cun plans temeraris per müder la construcziun da la chesa maina el ün vent fras-ch a Samedan, guadagna la fiduzcha da Neisa e pussibiltescha a Vinzens ün sguard in ün muond pü vast. Intaunt ch’ün vent chod dal süd boffa tres la val, cumainzan tschertezzas a sbalucher.

Lö da rapreschentaziun: Las rapreschantaziuns haun lö i’l suler sül prüm plaun da la Chesa Planta Samedan.

Premiera: Sanda, 11 lügl, 19:30 8 rapreschentaziuns fin als 26 da lügl 2026

Schnee von Gestern

Postremise Chur ab 5. Dezember 2018

Skikurs in der Bar: Marlene (Judith Koch) lockt Gianni (Christian Sprecher) aus der Reserve.

von Ruth Spitzenpfeil/Südostschweiz 07.12.2018

Schliesslich kam er doch noch, der «Gigi von Arosa». Der Uralt-Schlager von Ines Torelli, zu dem in den glorreichen Zeiten des grossen Skibooms ganze Hüttenbesatzungen schunkelten, war diesmal aber nicht die schwärmerische Hommage an den unwiderstehlichen Bergler. Das Lied wurde vielmehr vom angeblichen Objekt der weiblichen Begierde selbst gesungen, dem Skilehrer aus Arosa.

Es geriet zur trotzigen Deklamation einer Lebenslüge, nachdem sich das so leichtfüssig begonnene Theaterstück «Der letzte Schnee» unerwartet dramatisch zugespitzt hatte.

Grosser Publikumsauflauf am Mittwochabend in der Churer Postremise. Keine Frage, das Thema zieht. Und das Setting in dieser Koproduktion zwischen der Neuen Bühne Arosa Schanfigg und dem Theater Chur ist ja auch ein ganz spezielles: Skilehrer aus Arosa spielt Skilehrer aus Arosa.

Trauriger Bär: Die grösste Neugier gilt denn sicher auch dem Lokalmatador Christian Sprecher. Der viele Jahre lang auf deutschen Bühnen erprobte Schauspieler, der seine Anfänge als Konditorlehrling und Instruktor auf den Aroser Pisten nie geleugnet hat, enttäuscht seine Fans nicht. Er ist einfach der grosse sympathische Junge, und auch wenn er mal brummelig wird, möchte man ihn knuddeln wie Napa, den traurigen Aroser Bären.

Aber Halt: Wer nun meint, man bekäme hier das wahre Leben des Hauptdarstellers – also etwa eine Snowboardversion des «Gigi von Arosa» – präsentiert, der irrt. Das Stück war zwar von Anfang an ganz und gar Sprechers Idee, und er hat die Produktion auf die Beine gestellt. Doch erzählt wird eher ein Leben, wie es gewesen wäre, wenn er eben nicht irgendwann den letzten Zug von Chur weg in die «Welt da draussen» genommen hätte. Und dann holte Sprecher früh im Projekt einen eigenwilligen Autoren an Bord. Daniel Badraun hat zwar auch eine Kindheit im Wintersportzirkus, nämlich im Oberengadin, hinter sich. Doch sein Metier sind die heute so beliebten Regionalkrimis. So erlebt man auf der sparsam möblierten Bühne der Postremise nicht nur die Demaskierung eines Strahlemannes, sondern auch die Aufdeckung eines recht vertrackten Kriminalfalls. Der wiederum ist so überraschend, dass er hier nicht verraten wird.

Flirt in der Schwebe: Auf jeden Fall brauchte es für die Entwicklung der Geschichte ein Gegenüber für «Gigi», der hier «Gianni» heisst. Mit der einsam durch die Welt tingelnden Barsängerin hat Badraun eine Figur geschaffen, die zwar langsam Seltenheitswert hat, aber lange zur Grundausstattung des grossen Saisontheaters in den Ferienorten gehörte. Diese Fleur Belchic heisst Marlene mit richtigem Namen und wird von Judith Koch auch mit diesem Touch verführerischer Grausamkeit gespielt wie einst Marlene Dietrich im «Blauen Engel». Sie bringt Gianni gezielt aus der Fassung. Ob sich da eine Liebesgeschichte entspannt, wird wie so vieles elegant in der Schwebe gelassen, eine der Stärken dieser Inszenierung.

Nach den vielen intellektuell arg überladenen Produktionen der letzten Zeit auf dem Theaterplatz Chur kommt dieses kleine Schmunzelstück mit den zum Glück nicht allzu aufdringlichen Denkanstössen in Richtung Klimapolitik genau zur richtigen Zeit. Geradlinige Personenführung und einfacher Erzählduktus sind wohl lobenswert. Doch liefe das Werk zuweilen Gefahr auseinanderzufallen, hätte Regisseur Manfred Ferrari nicht den ungemein souveränen Jazzpianisten Marco Schädler engagiert. Dieser hält das Ganze mit stimmigen Arrangements zusammen. So wird daraus ein Abend, wie man ihn vielleicht in einer Hotelbar erleben könnte: Man lauscht den Songs und dem leisen Drama, das sich am Nebentisch entfaltet

Weitere Aufführungen: Heute Freitag, 7. Dezember, morgen Samstag, 8. Dezember, und Sonntag, 9. Dezember, jeweils 20 Uhr. Postremise, Chur.

Wer bist du denn? 2015

Eine amüsante Geschichte über Fremdsein, Neugierde und Freundschaft

Von Agnes Caduff, Simon Gisler, Roland Lötscher und Daniel Badraun

Ab 5 Jahren / bei Schulvorstellungen: 2. KiGa bis 3. Klasse

Sprache: Schweizerdeutsch, Dauer: ca. 55 Minuten / Aufführungsrechte: Theater Bilitz

Premiere: 26. April 2015

Der Tanzbär Joscho kommt aus dem Osten, die Wanderratte Céline aus dem Westen. Irgendwo dazwischen stolpern sie übereinander. Und schon geht’s los. Wer war zuerst? Wie sieht der Andere aus? Was frisst sie? Was will er hier? Woher kommt sie? Wieso riecht er ganz anders?

Céline ist eine liebenswürdige Quasseltante. Sie ist unordentlich, positiv denkend und verfressen. Bei einer Haussprengung in Paris verlor sie ihre engste Familie. Auf ihrem Weg Richtung Wolga, um übrig gebliebene Verwandte zu finden, trifft sie auf Joscho. Dieser wurde als junger Bär gefangen genommen, bekam einen Nasenring verpasst und musste als Tanzbär sein Leben fristen. Es gelang ihm jedoch zu fliehen. Joscho ist ein Einzelgänger, wortkarg und brummig. Als die quirlige Céline auftaucht, nimmt die Geschichte einen neuen Verlauf.

«Wer bist du denn?» erzählt von zwei Figuren, für die das Anderssein eine Bereicherung ist und die trotz erster Vorurteile zu Freunden werden. Das Stück entstand aus Improvisationen mit Agnes Caduff und Simon Gisler unter Anleitung des Regisseurs Roland Lötscher und der Mitarbeit von Daniel Badraun.

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